Am 01.01.2009 wird in Deutschland die neue Abgeltungssteuer eingeführt. Sie beträgt 25% auf alle Kapitalerträge, zuzüglich werden noch 5,5% Solidaritätszuschlag sowie die Kirchensteuer einbehalten. Die Abgeltungssteuer soll eigentlich bewirken, dass die Versteuerung von Kapitalanlagen, die derzeit sehr unterschiedlich ist, vereinfacht wird, bringt aber natürlich zahlreiche Änderungen für Anleger.
Diese Änderungen beziehen sich in erster Linie auf Geldanlagen im Bereich von Aktien und Investmentfonds. Für Zinseinkünfte hingegen ergeben sich kaum Änderungen. Wurden bisher 30% Zinsabschlagsteuer erhoben, sofern die Zinserträge den Freistellungsauftrag übersteigen, werden nun nur noch 25% Abgeltungssteuer erhoben. Der Freistellungsauftrag, der ab 2009 Sparer-Pauschbetrag genannt wird, bleibt erhalten.
Bei Aktien jedoch entfällt ab 2009 das Halbeinkünfteverfahren auf Dividenden, wodurch diese nun zu 100% versteuert werden. Auch auf Kursgewinne werden künftig 25% Abgeltungssteuer fällig. Müssen Kursgewinne aktuell nur dann versteuert werden, wenn sie den Freibetrag von 512 Euro pro Person übersteigen und während eines Jahres erzielt wurden, werden ab 2009 alle Kursgewinne unabhängig von der Spekulationsfrist versteuert. Dies betrifft zudem nicht nur Privatpersonen, sondern auch Fondsmanager, die ihre Verkaufserlöse nun versteuern müssen. Dies alles führt natürlich dazu, dass die Aktie bzw. der Investmentfonds im langfristigen Anlagebereich eher unattraktiver werden.
Anleger, die in diesem Bereich investiert bleiben wollen und ihr Geld beispielsweise für die Altersvorsorge zurücklegen, sollten noch in diesem Jahr handeln. Alle Aktien oder Investmentfonds nämlich, die noch vor dem 31.12.2008 erworben werden, unterliegen noch der derzeitigen Rechtssprechung, so dass die Spekulationsfrist in diesem Fall noch greift. Bei einer Depotveränderung ist jedoch zu beachten, dass nur erstklassige Fonds erworben werden, die von unabhängigen Ratingagenturen entsprechend ausgezeichnet wurden. Einen Überblick hierüber bieten Internetplattformen, bei denen die Fonds oft auch kostengünstiger erworben werden können.