Bankaktien jetzt kaufenswert?

Als Folge der us-amerikanischen Bankenkrise sind die Aktienkurse weltweit gefallen. Nicht überraschend ist, dass dabei Bankwerte in besonderem Maße betroffen waren.
Tatsächlich bieten Aktien von Geldinstituten ein Verlustrisiko, welches im Falle eines Konkurses der Bank auch den Totalverlust einschließt. Während Sparguthaben und Anlagevermögen durch freiwillige Einlagensicherungsfonds weit über das gesetzlich geforderte Maß hinaus geschützt sind und das Depot ohnehin als Sondervermögen gilt, besteht für den Aktionär beim Scheitern der Bank, in die er investiert hat, keine Absicherung. In dieser Hinsicht entsprechen Bankaktien mit ihrem Risikopotential jeder anderen Aktie.
Im Falle einer drohenden Bankpleite suchen zwar Regierung und Finanzbranche nach einer Lösung; auf einen Erfolg kann sich der Anleger aber nicht immer verlassen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit sind Banken mit einem geringen Anteil an Hypothekendarlehen nicht akut gefährdet, sodass die derzeit günstigen Kurse Anlass sein können, einzusteigen. Dabei sollte aber vorsichtshalber das Engagement bei Bankaktien auf mehrere Unternehmen verteilt werden und insgesamt nur einen Teil des gesamten Depots ausmachen. Auf lange Sicht sind deutliche Wertsteigerungen zu erwarten, da die Krise auf den Finanzmärkten nach einiger Zeit überwunden sein wird.

Die meisten Bankaktien haben in den vergangenen Jahren eine ansprechende Dividende gezahlt. Sobald sie Erkenntnisse darüber haben, dass der Gewinn und damit die Dividende spürbar einbrechen wird, sind sie zu einer entsprechenden Ad hoc Mitteilung verpflichtet, die unter anderem auf der eigenen Homepage zu finden sein sollte. Kaum eine Bank hat bislang eine derartige Gewinnwarnung veröffentlicht, sodass weiterhin mit einer guten Dividende zu rechnen ist, die prozentual durch den geringeren Kurswert der Aktie sogar steigt.

Der Kauf von Bankaktien vermittelt derzeit das Gefühl, etwas Mut aufbringen zum müssen, ist aber durchaus sinnvoll.