Bonuszertifikate

Eine Anlageform, die seit einigen Jahren immer häufiger genutzt wird, sind Zertifikate. Deren Wertentwicklung richtet sich nach dem so genannten Basiswert. Dieser Basiswert kann entweder ein Aktienindex, eine Einzelaktie oder aber ein Aktienkorb sein. Auch Rohstoffe oder Aktien der Emerging Marktes können über ein Zertifikat abgebildet werden.
Da viele Anleger nach der Aktienmarktkrise der Jahre 2000-2003 zu eher sicheren Investments suchten, haben sich die Bonuszertifikate etabliert. Diese Zertifikate versprechen den Anlegern einen Bonus, sofern der Basiswert innerhalb eines Betrachtungszeitraums (meist ein Kalenderjahr) nicht unter eine bestimmte Kursschwelle gesunken ist.

 

Diese Kursschwelle wird bereits bei Emission des Zertifikates festgelegt und ist den Anlegern somit bekannt. Hierbei gilt: je niedriger diese Kursschwelle festgesetzt ist, desto geringer ist der Bonus, denn das Risiko, dass diese Schwelle erreicht wird, ist gering. Derzeit versprechen Bonuszertifikate Renditen zwischen 5-12% pro Jahr.
Gerade in Zeiten, in denen der Aktienmarkt leicht sinkt, seitwärts tendiert oder nur leicht steigt, haben sich Bonuszertifikate als echte Alternative zum Aktieninvestment, zu Fonds und Indexzertifikaten entwickelt. Mit ihnen ist also auch in derartigen Börsenzeiten ein Gewinn möglich.

 

 

Anleger sollten jedoch bedenken, dass sich ein sicher geglaubtes Bonuszertifikat bei unterschreiten der festgelegten Barriere in ein klassisches Indexzertifikat verwandelt, denn der Bonusmechanismus wird in diesem Fall außer Kraft gesetzt. Diese Erfahrung mussten viele Anlegern in der jetzigen Finanzkrise machen, durch die die Indizes weltweit stark an Wert verloren haben.

Ein Bonuszertifikat kann allerdings unterschiedlich ausgestaltet sein. So gibt es Zertifikate, die bereits nach einem Jahr fällig werden, sofern der Wert des Index gleich hoch oder gar höher tendiert als zum Zeitpunkt der Zertifikatsauflage. Ist dies nicht der Fall, wird im darauf folgenden Jahr die gleiche Prüfung vorgenommen. Erst im letzten Jahr, wenn der Wert des Index auch dann nicht das Ausgangsniveau erreicht hat, drohen dem Anleger Verluste.

 

Klassische Bonuszertifikate weisen Laufzeiten von vier bis fünf Jahren auf, wobei, wie bereits beschrieben, die Laufzeit verringert werden kann.
Fazit: Bonuszertifikate stellen eine Möglichkeit dar, die sichere Zinsanlage mit der spekulativen Aktienanlage zu verbinden und die Rendite im Vergleich zum klassischen Festgeld zu erhöhen. Um die Risiken zu begrenzen, sollten eine Kursschwelle des Zertifikates gewählt werden, die möglichst weit vom derzeitigen Niveau entfernt ist (beispielsweise Kursschwelle von 50%).