Bundeswertpapiere

Bundeswertpapiere sind festverzinsliche Wertpapiere, die von der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben werden. Sie dienen vorrangig dazu, Haushaltsdefizite zu finanzieren. Die Ausgabe der Wertpapiere wird durch die Deutsche Finanzagentur GmbH vorgenommen, die vormals als Bundesschuldenverwaltung bekannt war.
Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Bundeswertpapieren, die sich vorrangig in ihrer Laufzeit unterscheiden. Allen gemeinsam ist die hohe Sicherheit, denn der Emittent Bundesrepublik Deutschland wird als solvent und erstklassig eingestuft.

Für Anleger, die ihr Geld lediglich kurzfristig anlegen wollen, eignen sich die seit Juli 2008 herausgegebenen Tagesanleihen. Sie sollen eine Konkurrenz zu den beliebten Tagesgeldkonten der Banken sein. Auch die Tagesanleihe ist täglich verfügbar, zudem werden die Zinsen ebenfalls täglich gutgeschrieben, so dass ein nicht unerheblicher Zinseszinseffekt erzielt wird. Ebenfalls im kurzfristigen Anlagebereich sind Bundesfinanzierungsschätze einzuordnen. Sie können mit Laufzeiten von einem oder zwei Jahren erworben werden und sind für die genannte Laufzeit fest angelegt. Verfügungen sind demnach nicht möglich. Die Verzinsung ist allerdings sehr gut, oftmals liegt sie über den Festgeldkonditionen der Banken.

Im mittelfristigen Bereich stehen Anlegern die beliebten Bundesschatzbriefe zur Verfügung. Sie weisen eine jährlich steigende Verzinsung (Staffelzins) sowie Laufzeiten von sechs und sieben Jahren auf. Bundesschatzbriefe müssen aber nicht während der gesamten Laufzeit gehalten werden, sondern sie können auf Wunsch bereits nach Ablauf von einem Jahr verfügt werden. Man unterscheidet bei diesen Papieren den Typ A mit jährlicher Zinszahlung vom Typ B mit einer Zinszahlung erst am Ende der Laufzeit.

Bundesanleihen hingegen sind im langfristigen Anlagebereich angesiedelt, sie können Laufzeiten von bis zu 30 Jahren aufweisen.

Privatanleger haben die Möglichkeit, Bundeswertpapiere entweder über die Hausbank oder aber die Finanzagentur zu erwerben. Die Hausbank hat hierbei den Vorteil, dass sie vor Ort ist und bei Fragen jederzeit zur Verfügung steht. Allerdings sind sowohl für den Kauf als auch für die Verwaltung Depotgebühren fällig. Diese entfallen bei der Finanzagentur, Anleger müssen ihr Konto hier aber online oder per Post führen.