Bausparen als Geldanlage?

Anleger, die Geld in monatlichen Beträgen zurücklegen wollten, haben in der Vergangenheit oft Bausparverträge als Alternative zu den Banksparplänen genutzt. Der Grund hierfür war die relativ hohe Verzinsung der Bausparguthaben, die im Durchschnitt um vier Prozent lag, des Weiteren konnten die Sparer auf ihre Einzahlungen bis maximal 512 Euro zusätzlich die Wohnungsbauprämie erhalten.

Dies war unabhängig davon, ob das Geld später wirklich für den privaten Wohnungsbau verwendet wird. Ehepaare konnten sogar bis zu 1.024 Euro einzahlen, um die Prämie zu bekommen. Die Höhe der Wohnungsbauprämie liegt derzeit 8,8% und kann von allen Sparern genutzt werden, deren Einkommen 25.600 Euro (Single) bzw. 51.200 (Ehepaare) nicht übersteigen. Durch die Wohnungsbauprämie erhöhte sich die Rendite von Bausparverträgen auf bis zu 7% p.a.

 

Ab 2009 wird die Regelung zur Wohnungsbauprämie allerdings geändert. Für alle Bausparverträge, die ab Januar 2009 abgeschlossen werden, gilt, dass die Wohnungsbauprämie nur noch dann gezahlt wird, wenn sichergestellt ist, dass das Geld wohnwirtschaftlich verwendet wird. Dabei muss das Geld nicht unbedingt in einen Hauskauf oder einen Hausbau investiert werden, auch die Renovierung der eigenen Mietwohnung oder aber der Kauf einer Einbauküche gehören zur wohnwirtschaftlichen Verwendung.

Diese Verwendung muss bei der Auszahlung des Bausparguthabens entweder vom Berater der Bausparkasse oder einem Bankberater bestätigt werden. Je nach Höhe der Bausparsumme kann es auch notwendig sein, die Quittungen und Belege der Einkäufe einzureichen. Diese Praxis wurde bisher schon bei der Auszahlung von Bauspardarlehen angewandt.

 

Somit sind neue Bausparverträge, die ab Januar 2009 abgeschlossen werden, nur noch dann interessant, wenn eine wohnwirtschaftliche Verwendung vorgesehen ist. Allein für die Ansparung von Guthaben sind diese Verträge nicht mehr geeignet, Banksparpläne oder auch Fondssparpläne wären hier die bessere Wahl.