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Anlagemöglichkeiten

Anleger, die ihr Geld mittelfristig, also für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren anlegen wollen, haben verschiedene Möglichkeiten. Für die Auswahl eines Produktes ist sowohl die persönliche Risikobereitschaft als auch die Kondition ausschlaggebend.

Tagesgeld statt Sparbuch

Viele Kunden verfügen weiterhin über Spareinlagen auf einem Sparbuch mit gesetzlicher Kündigungsfrist. Bei den meisten Banken erhalten sie dort nur sehr geringe Zinsen, die häufig unterhalb von einem Prozent liegen. Der jederzeitige Zugriff auf das Sparguthaben ist eingeschränkt, da überwiegend nur 2000 Euro pro Monat und Sparbuch ohne eine Berechnung von Vorzugszinsen abgehoben werden können.

Geldanlage durch direkte Kreditvergabe

Eine bislang nur von wenigen Anlegern genutzte Möglichkeit der Geldanlage ist die direkte Kreditvergabe. Mehrere Anbieter stellen im Internet den Kontakt zwischen Menschen, die ein zumeist kleines Darlehen suchen, und potentiellen Anlegern her. Auf der Website des Anbieters findet der Anleger eine Beschreibung des Projektes sowie Angaben zur Kreditabsicherung. Bei einigen Anbietern nennt der Nachfrager den Zinssatz, den er zu zahlen bereit ist; auf anderen Webseiten gibt der potentielle Kreditgeber sein Angebot ab und der Kreditnehmer wählt das für ihn günstigste aus.

Rennpferde

Die Beteiligung an Rennpferden gehört zu den eher außergewöhnlichen Formen der Geldanlage. Sie bietet die Möglichkeit, eine gute Rendite zu erzielen, kann aber auch leicht zu Verlusten führen.
Das Geschäftsmodell besteht darin, dass eine Gruppe von Anlegern gemeinsam Besitzer eines Pferdes oder mehrerer Rennpferde wird. Neben den klassischen Besitzergemeinschaften, die aus einer überschaubaren Anzahl von Mitgliedern bestehen, werden inzwischen auch Beteiligungen zu relativ geringen Beträgen angeboten, wobei sich der Besitz auf eine Vielzahl von Anlegern verteilt.

Alles zum Einlagensicherungsfonds

Der Einlagensicherungsfonds ist so etwas wie ein Garantiefonds und dient dem Schutz der Kundengelder für den Fall, dass eine Bank in die Pleite geht. Jede Bank in Deutschland kann freiwillig entscheiden, ob sie dem Einlagensicherungsfonds beitritt. Deutschlands namhafte Banken gehören also alle freiwillig diesem Fonds an. Jährlich müssen sie einen bestimmten Betrag in den Einlagensicherungsfonds einzahlen, der sich in der Höhe nach dem Umsatz und der Bonität der Bank richtet.

Risikoklassen

Um den Anleger davor zu schützen, unüberlegt Risiken einzugehen, zu denen er bei sorgfältiger Planung nicht bereit ist, stuft dieser sich selber in eine Risikoklasse ein. Die das Depot führende Bank darf nur Aufträge durchführen, welche der Selbsteinstufung entsprechen. Dabei kann der Kunde seine Einstufung allerdings jederzeit ändern. Bei einer Höherstufung soll eigentlich eine Beratung erfolgen. In der Realität ist ein gesondert zu bestätigender Hinweis auf die steigenden Verlustrisiken bei einer Online-Bank eine überdurchschnittliche Form der Kundenbetreuung.

Sonderformen bei Sparverträgen

Während viele ältere Sparer weiterhin am Sparbuch festhalten, nutzen jüngere Bankkunden diese Form so gut wie gar nicht mehr. Ein derartiges Verhalten ist sinnvoll, da bereits Tagesgeldkonten (wie z.B. das Tagesgeld der comdirect Bank) bessere Zinsen bieten.

Einige Banken haben Produkte aufgelegt, mit denen sie das Sparbuch oder seine als Sparcard modernisierte Variante neu beleben möchten.

Ökologische und ethische Geldanlagen

Die Einlage des Kunden kann von der Bank für Kredite nach ihren eigenen Entscheidungskriterien verwendet werden, ohne dass der Anleger darauf Einfluss nehmen kann.
Sparer, die wünschen, dass ihre Einlagen für bestimmte Zwecke nicht genutzt werden, haben die Möglichkeit, ihr Geld bei einer Bank anzulegen, die Kredite nach ökologischen oder ethischen Gesichtspunkten vergibt.
Inzwischen sind mehrere Institute auf dem Markt vertreten, welche ökologische oder ethische Ansprüche an die Projekte stellen, die sie zu finanzieren bereit sind.

Änderung des Zinssatzes beim Tagesgeldkonto

Zu den Grundlagen des Tagesgeldkontos gehört, dass der Kunde seinerseits jeden Tag sein Geld ohne Einhaltung einer Kündigunsfrist zurückfordern kann, während die Bank das Recht hat, den Zinssatz zu jedem beliebigen Zeitpunkt ohne vorherige Ankündigung zu verändern.

Warum zahlt eine Bank für Tagesgeld höhere Zinsen als für ein Sparbuch?

Während bei einem Sparbuch lediglich 2000 Euro binnen 30 Zinstagen ohne Kündigung abgehoben werden dürfen, kann der Kunde bei einem Tagesgeldkonto den gesamten Betrag jederzeit zurückfordern. Dem Grundsatz gemäß, dass eine längerfristige Geldanlage zu einem höheren Zinssatz führt als eine kurzfristig verfügbare, ist die höhere Verzinsung beim Sparbuch und nicht beim Tagesgeld zu erwarten.