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Festverzinsliche Wertpapiere: Anleihen
Was sind Anleihen?
Die Wertpapiere Anleihen werden auch als Rentenpapiere bezeichnet, bei denen es sich um einen Schuldschein handelt. Wer die Anleihe herausgibt, wird zum Schuldner bei Käufer der Anleihe. Der Nennwert einer Anleihe, im Allgemeinen 100, bringt den Preis zum Ausdruck, zu dem der Schuldner die Anleihe zurückzahlt. Mit dem Begriff Kupon wird die Verzinsung benannt, die der Gläubiger erhält, dafür, dass er dem Schuldner das Geld leiht. Bei den privaten Anlegern führen die Anleihen eher ein Schattendasein, obwohl die Anleihe sowohl bei Rendite, die sie abwirft als auch in Fragen der Sicherheit mit Aktien und Aktienfonds durchsaus mithalten können.
Anleihen können wie Investmentfonds bei vielen Banken gekauft werden. Für Anleihen des Bundes können bei der Bundeswertpapierverwaltung, der Finanzagentur, kostenlose Depots eröffnet werden.
Auch die Kurse von Anleihen schwanken
Wer als Gläubiger eine Anleihe kauft, muss nicht in jedem Fall den Nennwert an den Schuldner entrichten. Der Marktwert einer Anleihe hängt von dem Verhältnis zwischen dem aktuellen Marktzins und dem Kupon der Anleihe ab, den der Schuldner bestimmt hat. Wenn der Marktzins höher ist, als der Kupon, muss der Käufer einer Anleihe weniger bezahlen oder umgekehrt. Wenn ein Kupon einen Zins von 4,5 Prozent hat, der Zins am Markt aber bei sechs Prozent liegt, dann sinkt der Kurs der Anleihe und der Käufer wird dann eine Rendite von sechs Prozent machen. Diese Kursanpassung ist aber bei den verschiedenen Herausgebern der Anleihen jeweils unterschiedlich.

Die Regelungen für die Zinszahlungen
In welchem zeitlichen Rahmen die Zinsen für eine Anleihe gezahlt werden, sind für den Kaufpreis einer Anleihe von immenser Bedeutung. Manche Anleihen werden über die gesamte Laufzeit nicht verzinst, sondern die Rückzahlung der Schulden erfolgt zusammen mit den gesamten Zinsen am Ende der Laufzeit der Anleihe. Solche Papiere werden als Zero-Bonds oder Null Kupon Anleihen bezeichnet. Im Regelfall bekommt der Anleger seine Zinsen jedoch einmal jährlich ausgeschüttet, dabei richtet sich die Höhe dieser nach dem Zinsniveau am Markt.
Die Anleihelaufzeiten
Schon bei der Begebung einer Anleihe legt der Schuldner konkret fest, über welchen Zeitraum die Anleihe laufen soll. Das hat zu Folge, dass es am Anleihemarkt ganz unterschiedliche Laufzeiten gibt, die bei Anleihen mit einjähriger Laufzeit beginnen aber auch bis zu 30 Jahren betragen können. Als kurzfristige Anleihen werden die mit nur einem Jahr Laufzeit bezeichnet, mittelfristig sind die Anleihen mit Laufzeiten von bis zu acht Jahren und alles, was darüber hinausgeht, sind die so genannten Langläufer.
Langläufer sind dann auch die Papiere, die im Verlauf die stärksten Kursveränderungen aufweisen. Sie werden von den Schuldnern dann herausgegeben, wenn mit steigenden Zinsen zu rechnen ist, damit diese sich das niedrige Zinsniveau für eine möglichst lange Zeit sichern.
Am Laufzeitende muss der Schuldner die Anleihe zum Nennwert zurückzahlen.
Rendite & Risiko
Auch in dieser Art Wertpapieren liegt ein gewisses Risiko. Wenn der Herausgeber einer Anleihe in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät und demzufolge Zahlungsprobleme hat, kann es vorkommen, dass er die Zinszahlungen für den Gläubiger nicht aufbringen kann. Geht ein Anleiheherausgeber in Konkurs, kann es theoretisch passieren, dass die Rückzahlung der Anleihe in Gefahr ist. Dieses Risiko wird am Anleihemarkt über eine Prämie geregelt.
Je höher die versprochene Rendite, desto höher auch das damit verbundene Risiko. Anleihen des Bundes, die als extrem sicher gelten, werfen aus diesem Grund nur eine bescheidene Rendite ab.
Ist der Herausgeber nicht der Staat, sondern ein Unternehmen, wird es für den Käufer einer Anlage spannender. Hier liegen die Kupons meist bis zu drei Prozent über denen von Staatsanleihen. Damit sollen die Anleihekäufer für das Risiko „belohnt“ werden, dass sie einem hoch verschuldeten Unternehmen weitere Mittel als Kapital zur Verfügung stellen. Für viele große Unternehmen ist das Herausgeben von Anleihen eine Möglichkeit sich zusätzliche Liquidität zu beschaffen, besonders dann, wenn die Banken nicht bereit sind, weitere Kredite für Investitionen zu vergeben.
Ratingagenturen
International anerkannte Ratingagenturen wie zum Beispiel Standard & Poors bewerten die Bonität von Unternehmen und auch von den Staaten, die Anleihen begeben. In Abhängigkeit davon, wie ein Staat oder ein Unternehmen in Fragen der Bonität eingeschätzt wird, ist dann die Höhe des Kupons. Hohe Zinsen für eine Anleihe deuten auch immer auf ein entsprechend höheres Risiko hin, damit wird der spekulierende Anleger dann belohnt. Bei Anleihen, die als hochspekulativ eingeschätzt werden, den als „Junk Bond“ bezeichneten Anleihen, kann der Zahlungsausfall des Schuldners zu jeder Zeit eintreten. Also nichts für Anleger mit einem schwachen Nervenkostüm.