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Auswirkungen der Inflation auf den Vermögensaufbau
Noch nicht alle Anleger, die Geldanlagen für die private Altersvorsorge vornehmen, gehen bei ihrer Anlagestrategie und ihren Konzepten davon aus, dass die Inflation unbedingt berücksichtigt werden muss. Wer das nicht tut, läuft Gefahr trotz persönlicher Vorsorge im Alter eine finanzielle Lücke entsteht, die nicht mehr geschlossen werden kann.
Was ist der Hintergrund – Inflation bedeutet Kaufkraftverlust, gerade im zurückliegenden Jahr hatte die Inflationsrate neue Rekorde aufgestellt. So lag die Teuerungsrate im Juni zum Beispiel bei 3,3 Prozent. Das bedeutet für die Anleger aber auch für alle Verbraucher, dass ihnen bei gleich bleibendem Einkommen am Ende immer weniger Geld übrigbleibt, für den Sparer hat das noch andere Auswirkungen, denn seine Sparziele sind oft auf bestimmte Renditen ausgelegt, aber eine Rendite von 3 Prozent ist dann keine, weil sie durch die Inflation aufgefressen wird.

Jeder Rentenversicherungspflichtige bekommt heute ab dem 27. Lebensjahr einmal jährlich eine so genannte Rentenauskunft, in der unter anderem steht, mit wie viel Rente er rechnen kann, wenn er die Altersgrenze erreicht hat. Es steht nicht geschrieben, was diese Rente dann noch für eine Kaufkraft hat. Aber genau das ist der Punkt. Eine Rente von 1.500 Euro hat, wenn die Inflation weiter so fortschreitet, in 30 Jahren nur noch die Hälfte der Kaufkraft von heute, dadurch entsteht eine beträchtliche finanzielle Lücke, die wenn sie bei der privaten Vorsorge unberücksichtigt, bleibt, trotz Vorsorge zur Altersarmut führen kann. Die Rentenauskunft muss also völlig anders gelesen werden. Wer mit der privaten Altersvorsorge eine Lücke von 1.500 Euro schließen möchte, der kann diesen Betrag durchaus verdreifachen, wenn er im Alter seinen heutigen Lebensstandard halten möchte.
Bestes Beispiel für die Folgen der Inflation ist das gute alte Sparbuch, dass Millionen Bundesbürger immer noch nutzen. Die mageren Zinsen, die darauf gezahlt werden, decken bei Weitem nicht die Inflation ab, zwar wird das Gesparte rein optisch immer mehr, aber die Frage ist, was man dafür kaufen kann. Mit dem Sparbuch wird durch die Inflation das Geld eher vernichtet und entwertet. Das berücksichtigen die wenigsten Sparer bei ihrem Ehrgeiz, Geld sicher zu sparen und immer etwas auf der hohen Kante zu haben. Grundsätzlich müssen Spareinlagen, um wirklich Rendite zu bringen, immer höher verzinst sein, als die gegenwärtige Inflationsrate in Prozent ausdrückt, sonst bringt das Sparen nicht viel.
Mit Geldanlagen, die festverzinslich angelegt werden, ist der Wettlauf mit der Inflation nicht zu gewinnen, das heißt, es müssen gerade für die Altersvorsorge renditeorientierte Sparformen genutzt werden und das sind Investments in Aktien und Aktienfonds.
Immer noch gehen gerade viele der jungen Leute davon aus, dass sie bis zur Rente noch so viel Zeit haben und sie glauben, dass das mit der Rente schon nicht so arg werden wird, wie die Fachleute erwarten. Ein fataler Trugschluss, dessen Folgen mit den fatalen Auswirkungen erst zu spät spürbar sind.
Durch solche finanzmathematischen Effekte wie den des Zinseszinses und den Cost Average Effekt, ist es gerade für junge Leute leicht möglich, mit relativ kleinen Beträgen mit der Altersvorsorge zu beginnen. Das lässt sich an einer Zinsstaffel über 30 Jahre sehr anschaulich darstellen, wenn nur die gezahlten Zinsen immer wieder neu mit angelegt werden, entsteht ein staatliches Vermögen. Wer nur 10 Jahre später mit dem Vermögensaufbau beginnt, wird trotz höherer Sparquote den Betrag nie so erreichen. Die Zeit spielt beim Vermögensaufbau eine wesentliche Rolle.
Auf alle Fälle sollten grundsätzlich alle vorhandenen Strategien zur Altersvorsorge in regelmäßigen Abständen überprüft und wenn nötig der aktuellen wirtschaftlichen Situation angepasst werden. Das kann auch bedeuten, dass von unattraktiven aber sicheren Sparformen abgewichen werden muss. Sich mit dieser Thematik zu beschäftigen, ist ein interessanter Lernprozess, der immer mit einem „Aha Effekt“ endet. Kein Anleger sollte blind vertrauen auf das, was der Vermögens- oder Anlageberater ihm sagt. Die Berater wollen oft nur ihre Produkte verkaufen, bei denen sie hohe Provisionen kassieren. Es ist immer besser sich selbst zu belesen und zu informieren, denn letztlich geht es um einen selbst und das private Lebensglück im Alter. Was bringt eisernes Sparen, wenn das Ergebnis in keinster Weise dem entspricht, was man erwartet hat.
Unter diesen Aspekten sollte jeder über seine Vorsorgestrategie neu nachdenken, um nicht im Alter trotz Sparens mit viel zu wenig Kapital dazustehen, das den Lebensabend sichern soll.
weiterführende Informationen zur Inflation und Vermögensaufbau:
- Inflation frisst Vermögen
- Inflation bei Wikipedia
- Geld und Inflation
- Inflationsrechner: Welchen Wert hat Ihr Geld in einigen Jahren? Der Inflationsrechner hilft bei der Kalkulation von Preissteigerung, Geldentwertung und Kaufkraftverlust.